SHALOSH - urban urtyp spezial

Gadi Stern (pi) David Michael (b) Matan Assayag (dr)  

Christuskirche
Platz des europäischen Versprechens 1
44787 Bochum

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Ein Jazz-Piano-Trio? Ja. Nein, eine Band. Und ein fulminanter Spaß, ein postmoderner. Eine Welt aus Zitaten und Verweisen, eine Jonglage mit dem, was man - erstens - kennt, was man - zweitens - ganz anders kennt und was man - drittens - könnte kennen können. Shalosh ist das hebräische Wort für 3.

Kommen aus Tel Aviv, dieser grellen, bunten, toleranten Stadt. Einer Stadt am Meer, übers Mittelmeer kamen immer die Sounds der Anderen. In diesem Klanggewirr - Orient und Okzident, Afrika und Altertum, Neuzeit und Nahost usw. - sind sie aufgewachsen in den 90ern, 3 Freunde, die für Nirvana schwärmten und für Brahms, für den Broadway und für The Bad Plus, für Ahmad Jamal und Indierock, für Hip-Hop und für Old-School-Jazz, Kammermusik und Clubs, anspruchsvoll und zugänglich, verspielt und geradeaus …

Sie jazzen, wenn sie rocken. Und rocken, wenn sie jazzen. Mit einer Wucht, wie man sie so nur vom Tingvall Trio kennt. „Heavy Jazz“, schrieb das Rolling Stone.

Jazz-Indie, sagen wir. Weil sie die eigentliche Idee des Jazz beatmen, die Freiheit. Die dazu führt, alles mit allem ins Gespräch zu bringen, you never walk alone. Wenn diese 3 es spielen, diese Broadway-Hymne der 40er, denkt niemand an die Anfield Road und auch nicht ans Westfalenstadion, auf einmal hält man diese Melodie, die einem immer etwas ordinär erschien, für ein Geschenk an die Menschheit: „Wir mögen epische Momente“, sagt Pianist Gadi Stern, „und dieser Song ist der epischste von allen.“ Eigentlich, sagt er, sei das „ein heimlicher Jazz-Standard“.

Es hat eine Menge Witz, wie sie diese Hymne in Jazz übersetzen oder, anderes Beispiel, einen 80er-Ohrwurm wie „Take On Me“ von a-ha. Nicht, dass sie aus Kohle Gold machen würden, eher ist es so, dass dieses Trio Gold entdeckt, wo man selber nur nach Kohle schürft: Shalosh verändert das Hören, das eigene. Es gibt, wenn wir über Musik reden, kein schöneres Kompliment. Ein paar Facts:

Debütalbum 2014, tausendfach in den Radios von Israel, Brasilien und den USA und dann auch in England, Polen, Deutschland, Österreich gespielt. Erste Tour, zweites Album, Anfang 2017 erschienen, Gadi Stern beschreibt es mit einem Satz, den man am besten unübersetzt lässt: “Shalosh is not just a band, it’s an idea.” ´Rules of Oppression´ wird international als eines der besten Alben des Jahres gefeiert. Zweite Tour, jetzt interkontinental, drittes Album, es ist 2019 bei ACT erschienen, dem Münchener Label.

Wo sie hingehören. In die Gesellschaft von Michael Wollny und Nils Landgren und Chris Hopkins et all: so unbekümmert, wie sie durch die Weiten der Musik jammen, so respektvoll, wie sie Stars und Sterne grüßen, so fröhlich, wie sie durch fremde Weiten schweifen, und das Wichtigste in allem, was sie spielen und wie sie es tun: Es ist, auf respektvolle Weise, völlig antiautoritär. Indie-Jazz eben.

>> Gadi Stern [piano, keys]
>> David Michaeli [double bass]
>> Matan Assayag [drums]

Christuskirche Bochum

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